Atemschutzmaske nach DIN EN 136
Am Beispiel der Atemschutzvollmaske

DIN EN 136 Atemschutzvollmaske
Aufbau, Material und Eigenschaften
Zertifizierter Atemanschluss für den Einsatz unter extremen Bedingungen
Die Atemschutzvollmaske nach DIN EN 136:1998-09 ist ein genormter Atemanschluss für umluftunabhängige Atemschutzgeräte. Sie schützt zuverlässig vor toxischen Gasen, Rauch, Aerosolen und Sauerstoffmangel – insbesondere bei Brandeinsätzen, Gefahrstofflagen und technischen Hilfeleistungen. Die Maske ist für den Betrieb mit Normaldruck- und Überdrucksystemen geeignet und wird gemäß Norm in Klasse 1 (leichte Beanspruchung), Klasse 2 (mittlere Beanspruchung) und Klasse 3 (hohe Beanspruchung) eingeteilt
Komponenten im Detail
🔹 Maskenkörper
Tragende Struktur der Vollmaske, gefertigt aus flammhemmendem Kunststoff oder Elastomer (z. B. EPDM, Silikon). Formstabil, UV- und chemikalienbeständig. Aufnahme für Sichtscheibe, Dichtlippe, Ventile und Anschlussstück gemäß DIN EN 136 Abschnitt 6.2.
🔹 Maskendichtrahmen
Umlaufende Dichtlippe zur Abdichtung zwischen Maske und Gesicht. Ergonomisch geformt, aus hautverträglichem, alterungsbeständigem Material. Muss gemäß Norm eine definierte Leckagegrenze einhalten (max. 0,05 % bei Klasse 3).
🔹 Sichtscheibe
Großflächig, verzerrungsfrei, gefertigt aus Polycarbonat oder Sicherheitsglas. Muss optische Anforderungen nach DIN EN 166 Klasse 1 erfüllen. Stoßfest, kratzresistent, optional mit Antibeschlagbeschichtung. Sichtfeld ≥ 70 % des natürlichen Gesichtsfelds.
🔹 Innenmaske
Separater Nasen-Mund-Raum zur Reduktion des Totraumvolumens und zur gezielten Luftführung. Besteht aus flexiblem, hautfreundlichem Material (Silikon oder TPE). Integriert Einatemventile gemäß DIN EN 136 Abschnitt 6.4.
🔹 Anschlussstück
Rundgewinde gemäß DIN EN 148-1 zur Verbindung mit dem Lungenautomaten. Produktneutral, kompatibel mit Normaldruck- und Überdrucksystemen. Muss mechanisch belastbar und flammenbeständig sein.
🔹 Steuerventil
Im Lungenautomaten integriert. – Normaldrucksystem: Luftzufuhr bei Einatemunterdruck – Überdrucksystem: Konstanter Überdruck im Maskeninneren zur Kontaminationsvermeidung Funktionsweise gemäß DGUV Regel 112-190 Abschnitt 10.1.4.
🔹 Einatemventile
Einwegventile in der Innenmaske. Leiten Frischluft gezielt in den Atembereich, verhindern Rückströmung. Müssen gemäß DIN EN 136 auf Dichtheit und Durchfluss geprüft werden.
🔹 Ausatemventil
Zentral positioniertes Ventil zur kontrollierten CO₂-Abfuhr. Druckstabil, flammenhemmend, feuchtigkeitsresistent. Muss gemäß Norm gegen Rückstau und mechanische Belastung getestet sein.
🔹 Sprechmembran
Mechanisches Element zur Sprachübertragung. Resonanzoptimiert, flammenhemmend, schlagfest. Optional mit Sprachverstärker kombinierbar. Anforderungen gemäß DIN EN 136 Abschnitt 6.5.
🔹 Kopfbänder
Mehrpunkt-Tragesystem mit elastischen, verstellbaren Gurten. Flammenhemmend, reißfest, UV-beständig. Muss eine definierte Zugfestigkeit und Verstellbarkeit gemäß DIN EN 136 Abschnitt 6.3 aufweisen.
✅ Zertifizierung & Kompatibilität
CE-Kennzeichnung gemäß PSA-Verordnung (EU) 2016/425
EG-Baumusterprüfung durch benannte Stellen (z. B. DEKRA, TÜV)
Kompatibel mit Pressluftatmer nach DIN EN 137
Optional kombinierbar mit Feuerwehrhelmen nach DIN EN 443 (Adapter erforderlich)
